Hardcoded Passwords: Eingebettete Passwörter erkennen beginnt mit Verstehen. Warum werden Zugangsdaten in Code, Firmware oder Konfigurationen hart kodiert, wie führen schwache Prozesse zu Credential-Lecks – und welche Schäden resultieren daraus? Dieser Artikel liefert eine faktenbasierte Einordnung mit verifizierten Vorfällen aus 2024/2025 und leitet zu Methoden der Secrets-Discovery ab. Unser Fokus: Hardcoded Passwords – im Kontext von privileged access management (PAM), vulnerability management und Cyber Sicherheit.
📑 Inhaltsübersicht
Einführung und Ziel · Die Herausforderung: Hardcoded Passwords · Quellen · Schlussfolgerung und Handlungsfelder
Einführung und Ziel: Warum Hardcoded Passwords jetzt Priorität haben
Hardcoded Passwords sind ein altbekanntes, aber nach wie vor allgegenwärtiges Risiko – quer durch Firmware, Cloud-Portale, SaaS-Integrationen und interne Anwendungen. In Schweizer Unternehmen mit hybriden Umgebungen (On-Prem, Cloud, Edge) führt Zeitdruck in Entwicklung und Betrieb häufig zu pragmatischen, aber unsicheren Lösungen: Secrets in Code-Repos, Standardpasswörter in Appliances, geteilte Admin-Konten ohne Rotation. Dieser Artikel fokussiert auf das Problemverständnis: Wie entstehen Hardcoded Passwords, welche Konten- und Geheimnistypen sind betroffen und welche Folgen zeigen reale Vorfälle 2024/2025?

Finden Sie hartkodierte Secrets – ehe Angreifer sie finden.
Die Herausforderung verstehen: Hardcoded Passwords und schwache Credential-Prozesse
Hardcoded Passwords entstehen typischerweise in drei Situationen: Erstens in Firmware und Appliances, wenn Hersteller oder Integratoren Backdoor-Zugänge oder Default-Logins verankern. Zweitens in Softwareprojekten, wenn Entwickler API-Schlüssel oder Datenbankpasswörter im Code oder in Container-Images hinterlegen. Drittens in Support- und Helpdesk-Prozessen, wenn Identitätsprüfung und privilegierter Zugriff unzureichend geregelt sind. Resultat sind leicht ausnutzbare Pfade zu kritischen Systemen – oft ohne Logging, Rotation oder Multi-Faktor-Absicherung.
Reale Vorfälle unterstreichen die Relevanz
Verifizierte Fälle aus 2024/2025 zeigen die operative Schärfe des Themas – von eingebetteten Credentials in Netzwerkgeräten bis zu Exposure von verschlüsselten Secrets in Cloud-Portalen:
Aruba Instant On Access Points – CVE-2025-37103 (2025): Hewlett Packard warnte vor hartkodierten Zugangsdaten in Aruba Instant On Access Points. Die Schwachstelle (CVSS 9.8) ermöglicht das Umgehen der Authentifizierung und den direkten Zugriff auf das Admin-Webinterface – mit potenzieller Manipulation von Netzwerkkonfigurationen und dem Aufbau persistenter Backdoors. Für KMU, die auf diese „Plug-and-Play“-Geräte setzen, entsteht akuter Handlungsbedarf (Firmware-Update, Segmentierung, Zugangsschutz). Quelle: CISO Series Week in Review.
Cognizant–Clorox (2023/2025): Der Threat-Actor „Scattered Spider“ konnte beim Dienstleister Cognizant über schlichtes Social Engineering Passwörter und MFA-Resets erhalten. Laut Berichten wurde ohne verlässliche Identitätsprüfung ein Passwort herausgegeben – ein elementarer Bruch in der Credential-Governance und ein klassisches PAM-Versagen. Die Folge sind erhebliche Schäden und eine 380-Millionen-Dollar-Klage (2025). Quelle: CISO Series.
SonicWall – MySonicWall Portal (September 2025): Ein Einbruch in das Cloud-Portal legte AES‑256‑verschlüsselte Zugangsdaten und Konfigurationsdaten offen, inklusive VPN-Schlüssel, API-Tokens und TOTP-Codes für Backup-Kunden. Auch wenn die Credentials verschlüsselt waren, erzwang die Exposition eine breit angelegte Rotation – von Passwörtern über geteilte Secrets bis zu API-Keys. Quelle: Bright Defense – Recent Data Breaches.
Louvre – CCTV-Infrastruktur (Oktober 2025): Ermittlungen nach einem Diebstahl zeigten veraltete Software, schwache Segmentierung – und hartkodierte Anmeldedaten wie „LOUVRE“ und „THALES“. Solche statischen, leicht erratbaren Credentials in sicherheitskritischen Systemen kompromittieren forensische Fähigkeiten und das physische Sicherheitsniveau. Quelle: Bright Defense.
Diese Fälle zeigen: Hardcoded Passwords sind nicht nur ein Code-Smell, sondern ein Supply-Chain- und Betriebsproblem. Sie erschweren Incident Response, begünstigen Lateral Movement und unterlaufen Kontrollen von privileged access management. Ergänzend verweisen Branchenbeiträge auf die Notwendigkeit von Zero Standing Privileges (ZSP) und sauberem Secrets Management. Siehe z. B. Syteca zu ZSP sowie Syteca zu Secrets Management.
Warum gehen Credentials unter?
– Code- und Build-Pipelines: Secrets werden in Quellcode, IaC-Vorlagen oder Container-Images persistiert.
– Firmware/Appliances: Hersteller-Hardcodings oder Default-Accounts ohne erzwungene Rotation.
– Helpdesk-Prozesse: Passwörter/MFA-Resets ohne starke Identitätsprüfung – ein Anti-Pattern zu PAM.
– Shadow-Secrets: Tokens in Konfigdateien, Skripten und CI-Logs, die dem Vulnerability Management entgehen.
– Fehlende Discovery: Ohne kontinuierliches Secret-Scanning und Rotation entstehen blinde Flecken.
Best Practices und Branchenempfehlungen: Die Prinzipien „Least Privilege“ und ZSP sind zentrale Leitplanken für Entwickler und Betrieb. Eine Übersicht zum „Principle of Least Privilege“ findet sich bei Syteca; zu aktuellen Bedrohungstrends siehe u. a. SaaS Alerts 2024 Trends.
Schlussfolgerung und Handlungsfelder
Hardcoded Passwords sind ein fundamental vermeidbarer Angriffsvektor. Ob in Aruba-Firmware (CVE-2025-37103), im MySonicWall-Portal oder durch fehlende Identitätsprüfung im Helpdesk – die Muster wiederholen sich: zu viel Vertrauen in statische Secrets, zu wenig Governance bei privilegiertem Zugriff. Für Schweizer Unternehmen gilt: Behandeln Sie Hardcoded Passwords als vorrangiges Thema im Zusammenspiel von pam, vulnerability management und sicherer Software-Lieferkette.
Wir empfehlen Entscheidungsträgern die folgenden nächsten Schritte:
✓ Mandat und Scope definieren: End-to-End-Secrets-Discovery über Quellcode, CI/CD, Container-Registries, Firmware/Appliances, Cloud (IAM, Secrets Stores), Datenbanken und Netzwerkgeräte. Priorisieren Sie internetexponierte Systeme.
✓ Erste Hypothesen bilden: Wo sind Hardcoded Passwords und Tokens am wahrscheinlichsten (Legacy-Repos, Skripte, Test-/Demo-Images, Default-Accounts, Third-Party-Portale)? Welche privilegierten Zugänge sind kritisch (Admin-Portale, VPN, Backup- und Orchestrierungszugriffe)?
✓ Vorab-Risikofilter festlegen: High-Risk-Secrets (Domain-/Tenant-weite Admins, Geräte-Backdoors, Master-API-Keys) kennzeichnen; Rotation, MFA/Phishing-Resistenz (z. B. FIDO2/WebAuthn) und Segmentierung priorisieren. Automatisierte Secret-Revocation einplanen.
Weiterführende Informationen und Beratung
Sie möchten Hardcoded Passwords systematisch eliminieren, Secrets sicher verwalten und privilegierten Zugriff resilient gestalten? Wir unterstützen mit Assessments, Secret-Discovery-Enablement und Roadmap-Workshops – entlang von Best Practices zu privileged access management, Zero Standing Privileges und Continuous Vulnerability Management.
🎯 Key Take-Aways – Handeln Sie jetzt
Einige unmittelbare Schlüsse für Geschäftsleitung und IT-Verantwortliche:
✓ Hardcoded Passwords konsequent eliminieren: Entfernen Sie Secrets aus Code, Images und Firmware-Konfigurationen. Setzen Sie auf zentrale Secret Stores und erzwingen Sie Rotation. Der Aruba-Fall (CVE-2025-37103) zeigt die Systemrelevanz von hartkodierten Zugangsdaten.
✓ PAM und ZSP verankern: Privilegierte Zugriffe nur „just-in-time“, ohne Dauerrechte. MFA für alle privilegierten Operationen, lückenlose Audit-Logs. Guidance siehe Zero Standing Privileges.
✓ Vulnerability Management erweitert denken: Integrieren Sie Secret-Scanning in CI/CD, Repos und Container-Registries. Exponierte, selbst verschlüsselte Credentials erfordern Rotation (SonicWall-Beispiel; Quelle: Bright Defense).
✓ Helpdesk-Härtung und Prozessdisziplin: Keine Passwort- oder MFA-Resets ohne starke Identitätsprüfung, Freigabeworkflows und Vier-Augen-Prinzip. Das Cognizant–Clorox-Beispiel verdeutlicht den Hebel von Social Engineering (CISO Series).











